Wenn man über den globalen Cannabis-Markt spricht, denkt man zuerst an Amsterdam oder Kalifornien. Die Realität sieht anders aus. Die größten Cannabis-Produzenten der Welt sind Länder, in denen Cannabis verboten ist. Das sagt alles über die Wirksamkeit von Verboten.
Marokko: Der größte Haschisch-Produzent der Welt
Das Rif-Gebirge exportiert schätzungsweise 700 Tonnen Haschisch pro Jahr — hauptsächlich nach Europa. Das macht Marokko zum globalen Marktführer bei Haschisch. Wir waren in den Plantagen von Ketama und haben gesehen, wie dieses System funktioniert: Familienbetriebe, Generationenwissen, kein staatlicher Schutz, aber auch kein staatlicher Eingriff. Solange die Ernte stimmt, funktioniert das Equilibrium.
Afghanistan und der Schwarzmarkt
Afghanistan produziert traditionell die meisten Opiate — aber auch erhebliche Mengen Haschisch (Afghani). Die Qualität ist legendär. Der Weg nach Europa ist lang und riskant. Der Preis ist entsprechend.
USA: Größter legaler Markt, komplizierter Schwarzmarkt
24 legalisierte US-Bundesstaaten, ein Gesamtmarkt von über 30 Milliarden Dollar. Das klingt nach Erfolg — und ist es teilweise. Gleichzeitig ist der Schwarzmarkt in legalisierten Staaten nicht verschwunden. Er hat sich verlagert. Günstigere Preise, keine Steuern, keine Lizenz. Legalisierung schafft Konkurrenz, aber keinen automatischen Sieg gegen den Schwarzmarkt.
Was die Zahlen verschweigen
Hinter jedem Kilo Cannabis stecken Menschen. Farmer in Marokko, die von Armut getrieben werden. Farmer in Humboldt County, die für ihre Überzeugung gekämpft haben. Und Patienten in Deutschland, die jahrelang auf Zugang gewartet haben. Aktuelle Preise: Cannapreis.de.

