Die Kategorien Sativa, Indica, Hybrid sind überall. In jedem Dispensary, in jeder App, in jeder Produktbeschreibung. Das Problem: sie stimmen nicht mehr. Jedenfalls nicht so, wie man denkt.
Woher die Kategorien kommen
Botanisch unterscheiden sich Cannabis sativa und Cannabis indica tatsächlich: verschiedene Wuchsformen, verschiedene Blattstrukturen, verschiedene Herkunftsregionen. Sativas stammen aus äquatornahen Gebieten — lange Wachstumszeit, schlanke Blätter. Indicas aus bergigen Regionen wie dem Hindukusch — kompakter Wuchs, breitere Blätter, kürzere Blütephase.
Was jahrzehntelanges Züchten daraus gemacht hat
Kaum eine moderne kommerzielle Sorte ist "rein" in irgendeinem Sinn. Jahrzehntelanges Kreuzungszüchten hat die genetischen Grenzen aufgelöst. Was als "Sativa" verkauft wird, hat oft 60 bis 80 Prozent Indica-Genetik. Was als "Indica" läuft, wirkt manchmal aufhellender als jede Sativa. Die Kategorien beschreiben das Phänotyp-Ergebnis nicht mehr — wenn sie es je getan haben.
Was wirklich entscheidet
Das Terpenprofil. Eine Sorte mit hohem Myrcen wirkt sedierend — unabhängig davon, ob sie als Sativa oder Indica gelabelt ist. Limonen wirkt aufhellend. Linalool beruhigt. Wer Sorten nach Terpenprofil auswählt statt nach Kategorie, trifft bessere Entscheidungen. Sortendaten: Cannavergleich.com. Mehr zu Terpenen: Terpene erklärt.
Praktischer Rat
Sativa/Indica/Hybrid als ersten Filter benutzen, dann ins Terpenprofil gehen. Wer Schlafschwierigkeiten hat: Myrcen suchen. Wer Energie sucht: Limonen. Wer Schmerz hat: Caryophyllen. Cannabis mit Rezept: CannaZen.de. Ärztliche Beratung: Doktorfy.de.

