THC macht high. CBD nicht. So weit, so bekannt. Was die wenigsten wissen: die Frage "THC oder CBD?" ist die falsche Frage. Die richtige lautet: Was soll die Sorte leisten — und welches Zusammenspiel brauche ich dafür?
THC: Was es wirklich macht
Tetrahydrocannabinol bindet an CB1-Rezeptoren im Gehirn und Nervensystem. Das erzeugt Euphorie, verändert Zeitwahrnehmung, steigert den Appetit. Aber auch: Schmerzlinderung, Schlafförderung, Muskelentspannung. Medizinisch wird THC bei chronischen Schmerzen, Chemo-Übelkeit, MS-Spastiken und PTSD eingesetzt. THC ist nicht das Böse im Cannabinoid-System. Es ist das Mächtigste.
CBD: Das Missverstandene
CBD wirkt nicht durch Euphorie — es wirkt durch Regulation. Es bindet an CB2-Rezeptoren (im Immunsystem), beeinflusst Serotonin-Rezeptoren und dämpft die Wirkung von THC. Wer Angst als Nebenwirkung von THC kennt: CBD reduziert das. Wer Entzündungen hat: CBD hilft. Wer Epilepsie hat: CBD-Extrakte (Epidiolex) sind das erste FDA-zugelassene Cannabis-Medikament.
Was beide zusammen tun
Der Entourage-Effekt ist kein Marketing-Begriff. Es ist ein Forschungsfeld. Die Kombination von THC, CBD und Terpenen produziert Effekte, die keiner der Einzelstoffe allein erreicht. Eine Sorte mit 20% THC und 2% CBD wirkt fundamental anders als dieselbe Sorte mit 20% THC und 0% CBD. Sortenprofile mit THC/CBD-Daten: Cannavergleich.com. Medizinisches Cannabis: CannaZen.de. Rezept: Doktorfy.de.
Die praktische Konsequenz
Wer Cannabis als Medizin nutzt: Arzt konsultieren, Sorten nach Indikation auswählen. Wer Cannabis als Genussmittel nutzt: Terpenprofil vor THC-Wert priorisieren. Die Sortenauswahl fängt beim Profil an — nicht bei der Zahl.

