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GReeeN in der HOTBOX: High Cuisine und Cannabis offen diskutiert
13. Mai 2026

GReeeN in der HOTBOX: Cannabis, Kochen und der deutsche HipHop

6 Min. Lesezeit
Inhalt

Kaum ein anderer deutscher Rapper steht so untrennbar mit Cannabis in Verbindung wie GReeeN. Der Künstler aus Dortmund — bürgerlicher Name Jonathan Kluth — hat das Thema Kiffen zur Kunstform erhoben: Lyrisch, gesellschaftskritisch und mit einem Augenzwinkern. In der HOTBOX-Episode High Cuisine trifft er auf Cannabis-Koch und Influencer Max Buechse und diskutiert in einem infused Fast-Food-Restaurant über Genuss, Legalisierung und die Zukunft der Cannabiskultur in Deutschland.

GReeeN: Der Rapper, der Cannabis salonfähig gemacht hat

GReeeN debütierte 2009 mit dem Album Kiff oder Stirb — ein Titel, der Programm war. Während andere Rapper Cannabis nur als Randthema behandelten, stellte GReeeN es ins Zentrum seiner Musik. Keine Gangster-Romantik, kein oberflächliches Posing, sondern echte Reflexion über Alltagskultur, Entspannung und die Absurdität der Kriminalisierung von Cannabis.

Mit Alben wie Gras Gewächshaus, Grüner Daumen und Naturgesetz baute er über die Jahre eine der treuesten Fanbases im deutschen HipHop auf. Sein Markenzeichen: Die grüne Farbe, das Blatt und ein konsequent entspannter Flow. GReeeN ist kein Provokateur — er ist ein Kulturvermittler.

„Cannabis ist für mich keine Droge im negativen Sinne — es ist ein Werkzeug. Ein Werkzeug zur Entspannung, zur Kreativität, zur Verbindung mit Menschen. Dass das jahrzehntelang kriminalisiert war, sagt mehr über die Politik aus als über die Pflanze."
— GReeeN, sinngemäß aus diversen Interviews

Die HOTBOX — Deutschlands bekanntestes Cannabis-Interview-Format

Die HOTBOX auf dem gleichnamigen YouTube-Kanal ist seit Jahren das prominenteste Interview-Format rund um Cannabis im deutschen HipHop. Das Konzept ist einfach und effektiv: Rapper, Künstler und Persönlichkeiten kommen zusammen, rauchen gemeinsam und reden — ungefiltert, persönlich, authentisch.

Was die HOTBOX von anderen Formaten unterscheidet: Es geht nicht ums Schockieren. Es geht ums Gespräch. Gäste öffnen sich auf eine Weise, die in klassischen TV-Interviews selten möglich ist. Die entspannte Atmosphäre senkt Hemmungen und sorgt für Aussagen, die sonst hinter PR-Filtern verschwinden würden.

In der Episode High Cuisine bringt Max Buechse eine neue Dimension ins Format: Cannabis nicht nur als Rauschmittel, sondern als Zutat, als kulinarisches Element. Die Kombination aus GReeeNs musikalischer Perspektive und Max Buechses Küchen-Know-how ergibt ein Gespräch, das zeigt, wie weit die Cannabiskultur in Deutschland bereits gereift ist.

GReeeN und die Cannabis-Legalisierung: Was hat sich verändert?

Seit dem 1. April 2024 ist Cannabis in Deutschland für Erwachsene in bestimmten Mengen legal. Für GReeeN ist das ein Moment, auf den er und seine Fans lange gewartet haben. In Interviews betonte er immer wieder, dass die Kriminalisierung von Cannabis vor allem sozial schwächere Menschen getroffen hat — während Gelegenheitskonsumenten aus bessergestellten Verhältnissen kaum Konsequenzen fürchten mussten.

Die Legalisierung ist für den Dortmunder Rapper nicht nur eine persönliche Erleichterung, sondern ein kulturpolitisches Signal. In der HOTBOX-Folge mit Max Buechse ist diese neue gesellschaftliche Realität spürbar: Man muss nicht mehr flüstern. Man kann offen über Cannabisgenuss sprechen — in einem Restaurant, vor einer Kamera, für hunderttausende Zuschauer.

Album Jahr Cannabis-Referenz
Kiff oder Stirb 2009 Titelprogramm — Cannabis als zentrales Thema
Gras Gewächshaus 2011 Titeltrack über Anbau und Kultur
Grüner Daumen 2013 Metapher für Anbau und Fürsorge
Naturgesetz 2016 Cannabis als natürliches Element
Rauchpause 2020 Persönliche Reflexion über Konsumpause
High Cuisine (Hotbox-Auftritt) 2024 Cannabis in der Küche — nach der Legalisierung

Was andere deutsche Rapper zum Thema Cannabis sagen

GReeeN steht nicht allein. Im deutschen HipHop ist Cannabis seit jeher ein omnipräsentes Thema — aber die Offenheit, mit der darüber gesprochen wird, hat sich im Laufe der Jahre verändert. Wo früher Verschwiegenheit und Codierung nötig waren, sprechen heute viele Künstler direkt und unverblümt.

GReeeN nimmt in dieser Reihe eine besondere Stellung ein: Er ist weder Apologet noch Abstinenzprediger. Er ist Kulturrepräsentant eines Konsums, der für Millionen Menschen zum Alltag gehört — und das mit einer Selbstverständlichkeit, die in der deutschen Medienlandschaft noch immer selten ist.

High Cuisine: Cannabis und Kulinarik als Zukunftsmarkt

Die Kombination von Cannabis und Gastronomie, die Max Buechse in der HOTBOX-Episode repräsentiert, ist kein Nischenthema mehr. In den USA, in den Niederlanden und Kanada existiert seit Jahren eine lebendige Cannabis-Kulinarik-Szene. Deutschland steht am Anfang dieser Entwicklung — aber die Legalisierung hat die Tür geöffnet.

Cannabis-infused Gerichte, Edibles, Tinctures und Getränke sind nicht nur für Freizeitkonsumenten interessant. Medizinische Patienten, Menschen mit Schlafproblemen oder chronischen Schmerzen profitieren von präzise dosierten Alternativen zur klassischen Inhalation. Das Gespräch zwischen GReeeN und Max Buechse berührt genau diese Schnittstelle: Zwischen Genusskultur und medizinischer Nutzung.

GReeeN und sein Weg: Von der Undergroundszene zum Mainstream

Jonathan Kluth, geboren 1988 in Dortmund, wuchs in einer Zeit auf, in der deutschsprachiger HipHop gerade dabei war, den Sprung aus der Subkultur in den Mainstream zu wagen. Mit dem Pseudonym GReeeN — die drei E bewusst gewählt als Referenz an die Farbe und den Wirkstoff — entwickelte er ein Alleinstellungsmerkmal, das bis heute trägt. Kein anderer Künstler im deutschen Raum hat das Thema Cannabis so konsequent und dabei so unaufgeregt zu seinem Kernthema gemacht.

Was GReeeN dabei auszeichnet: Er predigt nicht. Er moralisiert nicht. In Interviews und Texten behandelt er Cannabis als das, was es für seine Community ist — ein Teil des Alltags, ein Genussmittel, ein Geselligkeitsritual. Diese Haltung war lange eine Provokation gegenüber dem gesellschaftlichen Mainstream. Heute, nach der Legalisierung, wirkt sie wie frühe Weitsicht.

Sein Aufstieg vollzog sich vor allem über digitale Kanäle. YouTube, Facebook und später Instagram ermöglichten ihm, eine Fanbase aufzubauen, ohne auf klassische Radiorotation oder Majors angewiesen zu sein. Die HOTBOX als Format passt perfekt in dieses Ökosystem: Unzensiert, nahbar, ohne Redaktionsfilter — genau das, was seine Fans wollen.

Das HOTBOX-Format und die Rolle sozialer Medien im Cannabis-Diskurs

Die gesellschaftliche Debatte über Cannabis-Legalisierung in Deutschland verlief jahrelang fast ausschließlich in akademischen, medizinischen und politischen Kreisen. HipHop-Künstler wie GReeeN spielten eine andere Rolle: Sie normalisierten das Thema in der Popkultur. Während Parlamentsreden und Studien die rechtliche Dimension diskutierten, zeigten Rapper und Formate wie die HOTBOX, dass Cannabis längst gelebte Realität in Millionen deutschen Haushalten war.

Soziale Medien haben diesen Diskurs demokratisiert. Wer früher Zugang zu einer Plattform brauchte, kann heute via YouTube oder Instagram direkt seine Community erreichen. Der HOTBOX-Kanal zählt Hunderttausende Abonnenten — das ist eine Reichweite, die viele traditionelle Medien bei diesem Thema nie hatten. Und das Publikum ist nicht ausschließlich jung: Auch Elternteile, Berufstätige und ältere Konsumenten informieren sich über solche Kanäle über die neue Realität nach der Legalisierung.

GReeeNs Auftritt mit Max Buechse steht exemplarisch für diese Entwicklung: Cannabis wird nicht versteckt, nicht euphemistisch verklausuliert, sondern selbstverständlich besprochen — als Kultur, als Genuss, als Teil eines legalen Alltags in Deutschland.

Die HOTBOX-Episode mit GReeeN und Max Buechse ist damit mehr als Unterhaltung: Sie ist ein Zeitdokument. Ein Snapshot einer deutschen Gesellschaft, die gerade dabei ist, ihr Verhältnis zu Cannabis neu zu definieren. Und GReeeN — seit über anderthalb Jahrzehnten der Soundtrack dieser Debatte — ist mittendrin, mit derselben Entspanntheit, die ihn seit seinen Anfängen auszeichnet.

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